Ist ein Lastmanagement notwendig?

Um diese Frage zu beantworten muss man zuerst ein paar Annahmen machen:

  1. Ladegeschwindigkeit: Der beste Kompromiss für die Ladegeschwindigkeit in einer Wohnanlage ist 11kW. Dies ermöglicht das Nachladen von ca. 60km in einer Stunde. Diese Leistung kann mit einem 3-phasigen Anschluß mit je 16A erreicht werden. Dies ist ein Anschluß der in einem Wohngebäude üblich ist. In diversen Fachbeiträgen wird diese Geschwindigkeit auch empfohlen. (Hinweis: aktuell gibt es noch nicht sehr viele Autos, die mit dieser Geschwindigkeit laden können.)
  2. Lastprofil: In einer Wohnanlage wird der Strom annähern analog dem Standardlastprofil H0 des BDEW verbraucht.
  3. Installation: Die Installation erfolgt durch einen Elektriker gemäß den Vorgaben des VDE.

hieraus ergibt sich nun Folgendes:

  1. Norm: Gemäß DIN-VDE 0100-722 muss für Ladestationen der Gleichzeitigkeitsfaktor 1,0 angesetzt werden. Dies bedeutet, dass der anschließende Elektriker davon ausgehen muss, dass die Ladestationen mit Ihrer maximalen Last (11kW, siehe 1.) alle gleichzeitig laden. Ausnahme sind hier nur möglich, wenn ein Laststeuerung verbaut wird. (siehe Punkt 722.311) 
  2. Pendlerstatistik: aus den Auswertungen des statistischen Bundesamtes kann anhand der Verteilung der PKW-Pendler je nach Entfernung die durchschnittlichen Ladezeiten für Elektroautos ermittelt werden, die nötig wären, wenn alle elektrisch fahren würden. 
  3. Hieraus ergibt sich: Der Anteil der Berufspendler in Deutschland, die in Wohnanlagen parken, und eine Ladezeit von mehr als 4h benötigen, beträgt nur 4%. Der Anteil der Pendler die nur maximal 1h laden müssen, liegt bei 57%.
  4. Viele der Pendler sind also bereits geladen, wenn der nächste Pendler, etwas später nach Hause kommt, und erst dann mit dem Laden beginnt.
  5. In einigen Fällen kann es jedoch dazu kommen, dass zu viele Pendler ihr Auto gerade laden, und das zu einer Zeit, in der die abendliche Lastspitze (zw. 18:30 und 20:15) der übrigen Verbraucher liegt. Das dies zu einer Überlastung des Hausanschlusses führt wird jedoch nur im unteren Prozentbereich liegen. Aber selbst bei nur 1% Wahrscheinlichkeit, bedeutet das an 2 bis 3 Tagen pro Jahr Stromausfall.

 

Fazit

  • Bei einer fachgerechten Installation ist laut Norm eine Laststeuerung meistens notwendig.
  • Ein Lastmanagement wird in den nächsten paar Jahren, praktisch nur selten erforderlich sein.
  • Eine Hausverwaltung wird jedoch, um sicher zu gehen, ein Lastmanagement installieren müssen. Insbesondere im Hinblick auf spätere Entwicklungen.

 

Standard Lastgang: Werktags im Winter / Übergangszeit / Sommer gemäß BDEW H0
Standard Lastgang: Werktags im Winter / Übergangszeit / Sommer gemäß BDEW H0
Pendlerstatistik nach Gebäude und Ladezeit
Pendlerstatistik nach Gebäude und Ladezeit

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